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Seekrankheit - was ist das?

Die Seekrankheit zählt zu den Reisekrankheiten (Kinetose) und wird oftmals auch als Bewegungskrankheit bezeichnet.

Sie entsteht im Gehirn durch widersprüchliche Sinneseindrücke und tritt klassischerweise bei Reisen mit Booten oder Schiffen auf. Insbesondere verstärkter Wellengang fördert die Symptome, die mit wechselnden, ab- und zunehmenden Beschwerden mitunter mehrere Tage anhalten können. Zu den charakteristischen Symptomen dieser Erkrankung zählt die Reiseübelkeit. Daneben kann sie allerdings auch andere, teils schwerwiegende Symptome auslösen.

Einige Tipps gegen die Seekrankheit können helfen, die Beschwerden einzudämmen oder gänzlich zu verhindern. 

Warum werden wir seekrank? - Ursachen

Die Seekrankheit kann zunächst jeden Passagier treffen. Dabei sind Frauen und Kinder häufiger betroffen, wie Männer. Es wird davon ausgegangen, dass auch die Veranlagung eine Rolle spielt. Doch warum wird man seekrank? Diese Frage lässt sich mit dem Gleichgewichtsorgan und den widersprüchlichen Informationen für das Gehirn beantworten. Für den Passagier erscheinen die Wände, der Mast und andere Gegenstände an Bord des Schiffes gerade und stabil. Auf der anderen Seite erzeugt die Fahrt auf dem Wasser Schaukelbewegungen. Diese sorgen dafür, dass der Körper den Eindruck erhält, er sei in Bewegung. Die Muskulatur sowie das Gleichgewichtsorgan im Innenohr sind stetig dabei, die Bewegungen auszugleichen. 

Die Sinneseindrücke passen wie bei anderen Reisekrankheiten nicht zu den Bewegungsreizen des Körpers. Das Gehirn kann diese widersprüchlichen Informationen nicht einordnen und schüttet als Folge des Stresses Histamin aus. Dadurch entstehen die typischen Symptome, die auch als Reiseübelkeit auf Schiffen bekannt ist. Daneben treten die Beschwerden auch als Übelkeit beim Autofahren, Übelkeit beim Busfahren oder als Reiseübelkeit im Flugzeug auf, weshalb die Seekrankheit der Flugkrankheit gleicht. Das Besondere an einer Kreuzfahrt ist, dass Seekranke ihre Symptome nicht nur während einer kurzen Anreise aushalten müssen, sondern ihre Symptome während des eigentlichen Urlaubserlebnisses haben.

Eine effektive Behandlung der Symptome von Seekrankheit ist durch Medikamente möglich. Dazu zählen beispielsweise Präparate mit dem Wirkstoff Dimenhydrinat. Daneben können auch vorbeugende Maßnahmen helfen, der Seekrankheit vorzubeugen. Dazu zählen insbesondere Alkoholverzicht, leichtes Essen sowie genügend Schlaf. 

Hinweis:

Nicht jeder wird während der Kreuzfahrt seekrank. Es wird davon ausgegangen, dass rund 30 bis 50 Prozent der Passagiere auf Schiffen seekrank werden. Die Stärke der Wasserbewegungen sowie die individuelle Tagesform spielen dabei eine Rolle.

Symptome der Seekrankheit

Bei vielen Menschen kündigt sich die Seekrankheit durch ein Druckgefühl, einem flauen Gefühl im Magen und Müdigkeit an. Anschließend können sich Symptome wie Übelkeit und Schwitzen bis hin zu Erbrechen zeigen. Andere Passagiere nehmen zunächst viel Speichel im Mund und Übelkeit wahr. In einigen, wenn auch seltenen Fällen, führt die Seekrankheit zu ernstzunehmenden Herz-Kreislauf-Beschwerden.

Folgende Symptome treten häufig auf:

  • verstärktes Gähnen und Müdigkeit
  • verstärkter Speichelfluss
  • Übelkeit und Kreislaufbeschwerden
  • Störungen der Konzentration und Koordination
  • kalter Schweiß und Hautblässe
  • Kopfschmerzen
  • Blutdruckabfall und Herzrasen

Folgende Symptome können ebenfalls auftreten:

  • Lethargie
  • Schwindel nach Kreuzfahrt (Landkrankheit)
  • Ist die Seekrankheit dauerhaft, kann eine Dehydrierung bei lang anhaltender Übelkeit mit Erbrechen einsetzen.
  • Depressionen infolge von anhaltendem Schwindel, Übelkeit, Müdigkeit und extremem Unwohlsein
  • starke Herz-Kreislauf-Beschwerden, die unbehandelt zum Tod führen können

Tipp:

Seekranke können sich für eine Flusskreuzfahrt auf einem großen Schiff entscheiden. Diese liegen stabiler im Wasser und zusätzliche Stabilisatoren sorgen für eine ruhige Fahrt. Damit bleibt den meisten Passagieren die Seekrankheit erspart.

Was hilft gegen Seekrankheit?

Seekrankheit lässt sich auf verschiedene Weisen behandeln. Das wichtigste Mittel gegen Reiseübelkeit ist, der Seekrankheit vorzubeugen. Dazu können Passagiere bereits im Vorfeld Maßnahmen ergreifen, beispielsweise durch die Wahl des Essens. 

Doch was hilft bei Übelkeit und was tun bei Seekrankheit, wenn sich die Symptome verstärken? Dann ist eine akute Behandlung erforderlich. Dazu stehen diverse Mittel gegen Seekrankheit zur Verfügung. Die Mittel gegen Seekrankheit bei einer Kreuzfahrt können im Vorfeld eingepackt werden, sie sind aber in der Regel auch an Bord erhältlich.

Wie kann ich der Seekrankheit vorbeugen?

Es gibt viele Möglichkeiten, der Seekrankheit vorzubeugen. Alle vorbeugenden Maßnahmen zielen darauf ab, das Auftreten der Seekrankheit zu verhindern oder die Intensität der Symptome zu begrenzen.

Wie kann ich die Symptome einer Seekrankheit lindern?

Zeigen sich bereits erste Symptome der Seekrankheit, dann sollten frühzeitig Maßnahmen ergriffen werden, diese zu lindern und eine Verschlimmerung zu vermeiden. Das ist beispielsweise möglich, indem das Deck aufgesucht und frische Luft eingeatmet wird. Aber auch andere Maßnahmen können Linderung verschaffen und dazu beitragen, die Symptome in Grenzen zu halten.

Seekrankheit bei Kindern

Nicht nur Erwachsene können von der Seekrankheit betroffen sein, sondern auch Kinder. Dabei sind Kinder besonders häufig von dieser Art der Reisekrankheit betroffen, gefolgt von Frauen und am wenigsten trifft es Männer. Allerdings kann eine Veranlagung sowie erhöhte Sensibilität die Wahrscheinlichkeit, dass die Seekrankheit bei der Kreuzfahrt auftritt, erhöhen.

Tritt die Reisekrankheit bei Kindern auf, gibt es Besonderheiten zu beachten, denn nicht alle Reisetabletten sind für Kinder geeignet und andere Tabletten sollten nur bei starken Verläufen eine Lösung sein. Reiseübelkeit bei Kindern sollte deshalb zunächst mit milden Mitteln behandelt werden. Dazu zählen beispielsweise Reisekaugummis für Kinder. Sie können die Übelkeit lindern. Daneben stehen beispielsweise milde Alternative wie Akupressur-Armbänder zur Verfügung. 

Tipps für Ihre nächste Schifffahrt

  1. Die Ruhe bewahren: Nervosität und Angst können die Symptome verschlechtern und die Unruhe im Magen steigern.
  2. Weniger Symptome auf großen Schiffen: Größere Schiffe liegen stabiler im Wasser, wodurch sich auch die Reisekrankheit häufig in Grenzen hält.
  3. Ernährung anpassen: Bereits am Tag der Anreise ist auf eine möglichst leichte und histaminarme Kost zu achten.
  4. Notfalltasche: Bei ersten Symptomen kann der Inhalt einer Notfalltasche mit Kaugummis gegen Reiseübelkeit, Ingwer oder Tabletten schnell Abhilfe schaffen.
  5. Magen beruhigen: Der Magen sollte weder leer noch zu stark gefüllt sein. Leichte Kost beruhigt ihn.
  6. Kreislauf stabilisieren: Hinlegen, die Augen schließen und bei Blutdruckabfall die Beine hoch lagern.
  7. Arzt bei lang anhaltenden und starken Symptomen kontaktieren: Dieser kann Medikamente verschreiben und die Verstärkung der Beschwerden verhindern.